Montag der 09. Oktober

Buena Notte, Ich bin heute abend nach langer Pause in Triest mir dem Zug gelandet. Völlig overdressed im Langarmshirt und Jacke. Hier ist selbst nachts noch T-Shirt Wetter. Nach dem Einchecken in meiner heutigen Pension, geht es erstmal in die Innenstadt, die nicht nur wegen der schönen alten Plaza und den Gäßchen sehenswert ist, es ist vor allem das sprudelnde Leben das sich sich hier abends noch auf den Straßen abspielt und einen so den Abend hier genießen läßt. 




 

 Dienstag, der 10. Oktober

Früh um 9 Uhr habe ich ausgecheckt aus der Pension und es geht los auf dem etschradweg. Dieser ist super asphaltiert und verläuft strichgerade, so komme ich schnell vorwärts. Eigentlich ganz schön, wenn nicht die nahe Straße die Idylle stören würde. Aber das Bergpanorama rundherum ist schon grandios. Nach ca 30 km biege ich dann ab Richtung Gardasee und es wird wieder steiler. Bei ein paar 15% Steigungen merke ich dann wie viel Gepäck ich an meinem Rad habe. Nach 50 km fahre ich dann in Riva del Garda ein. Das Panorama von oben kommend ist schon grandios. In Riva ist noch der volle Urlaubertrubel. Für mich geht's nach dem Zeltaufbau auch erstmal an den Strand und ich spüle mir den Straßenstaub erstmal im See ab. Was für eine Wohltat. Danach geht's noch mal zu einer Sightseeing Tour nach Riva rein.Was schnell passiert ist, Strandpromenade und ein paar schöne Gäßchen. Abends sitze ich dann wieder am Strand und schaue der Sonne zu, wie sie hinter den Berggipfeln verschwindet, sehr zu empfehlendes TV-Programm.


 

Mittwoch, der 11. Oktober

Heute morgen geht es erstmal Richtung Limone. Dort gibt es einen Panoramaweg den ich unbedingt fahren will. Das einzige Problem sind etliche Tunnel auf der Staatsstraße, durch die ich auf dem Weg dorthin muss. Also ziehe ich mir erstmal eine Warnweste über und fahre mit höchstem Tempo durch die Tunnel. Der Einstieg zum Panoramaweg ist blöderweise verschlossen. So muss ich mein Rad absatteln und alles über das Geländer heben. Der Weg ist aber wirklich toll, eine am Felsen abgehangene Konstruktion. Limone selber, ist ein schmuckes kleines Dorf, dass sich an den Berghang schmiegt. Allerdings völlig von Touristen überlaufen. Für mich geht's hier mit der Fähre weiter auf die andere Seite des Gardasees nach Malcesine. Das war auch eine Station von Goethes Italienreise. Hier wäre er fast als Habsburger Spion verhaftet worden. Aber ist wohl gerade noch mal gut gegangen damals. Ich bleibe nur auf eine Portion Nudeln hier und mache mich dann weiter auf den Weg Richtung Peschiera del Garda. Größtenteils fahre ich auf der Staatsstraße, was nicht so schön ist, aber man kommt halt schnell vorwärts. Ich biege immer mal wieder auf die Strandpromenade am Gardasee ab und genieße noch das Sommerfeeling. Kurz vor Peschiera gibt's dann einen Campingplatz, an dem ich einchecke. Den Straßenstaub spüle ich mir wieder mit einem Sprung in den Gardasee ab, da könnte ich mich dran gewöhnen.






 

Donnerstag, der 12. Oktober

Frühs geht es erstmal nach Peschiera. Die komplette Innenstadt ist von alten Festungsmauern umgeben. Ich fahre aber schnell weiter, mir steht im Moment nicht der Sinn nach Tourimassen. Ich folge einem Fluss südwärts aus der Stadt raus. Ruhe, über dem Wasser steigen noch Nebelschwaden herauf und mein Rad raschelt über das erste Herbstlaub. So macht das Spass. Leider muß ich ostwärts Richtung Verona abbiegen, Es geht durch hügeliges Land mit viel Weinanbau und alten Gutshäusern mittendrin. Das ganze auf wenig befahrenen Landstraßen. Mit der Idylle ist dann allerdings kurz vor Verona Schluß. Es wird industrieller und die Straßen voller. Dank meiner Komoot-Route komme ich gut durch Verona durch, aber es ist schon ein Erlebnis mit dem bepackten Bike sich hier durch zu manövrieren. Endstation ist am Castell St. Piedro. Hier gibt es einen genialen Campingplatz mitten in der Burganlage. Auch die Ausstattung ist für Leute mit Zelt super. Hier gibt es einen Gemeinschaftsraum, Kochgelegenheit, überall Tische und Stühle mit grandioser Aussicht auf die Stadt runter. Sowas gibt's in Mitteleuropa leider nur noch selten. Die meisten Campingplätze sind nur noch auf die Bedürfnisse von Caravans ausgelegt. Hier sind dann auch gleich einige Reiseradler mit Zelt. Mit einem Griechen komme ich dann auch schnell ins Gespräch. Er ist durch ganz Europa geradelt, durch die spanischen Sierras bis hoch zum Nordkap, der Osten Deutschlands hat ihm auch sehr gefallen, im Moment ist er mit dem Rad auf dem Weg wieder heim. Irre. Abends geht's dann nochmal zu Fuß auf Erkundung nach Verona rein. Die Innenstadt pulsiert vor Leben. Die Plazas sind voll von Menschen. Überall sind hell erleuchtete Läden und einladende Ristorante. Bis zur Arena schlag ich mich durch. Fotomotive gibt's mehr als genug. Irgendwann ist mir der ganze Rummel dann doch zuviel und ich ziehe mich wieder auf mein Castell zurück und genieße von hier oben den Blick auf die erleuchtete Stadt.






Freitag, der 13. Oktober

Es geht frühs nochmal zur Stadtbesichtigung nach Verona runter. Vorbei an etlichen Plazas und Kirchen. Verona hat schon schöne Gäßchen. Wohnen möchte ich hier aber nicht, auf Dauer ist mir der Trubel zuviel und die Abgasbelastung merkt man in der Stadt auch enorm. Etwas abseits finde ich ein Cafe, das endlich mal gutes Frühstück anbietet. Omelett und Schinken mit in Balsamico eingelegten Tomaten, ein Traum. Nachmittags bin ich wieder zurück im Castell. Leider schließt der Camping hier am Sonntag. Saisonende fürs Campen in Italien, Hotels sind mir hier auf Dauer zu teuer. Ich plane meine Heimfahrt für morgen mit der Bahn. Ab nächste Woche will ich dann wieder in Deutschland unterwegs sein. Wenn alles klappt, gehts am Mittwoch mit einem Freund zusammen für ein paar Tage auf Thüringenrundfahrt.

















kurzes update zur Reise. Mein Zwangsaufenthalt in Weimar hat sich noch etwas verlängert. Mein Handy hatte unter dem Sturz anscheinend auch gelitten, jedenfalls mußte ich den Akku tauschen. Also hatte ich ein Ersatzkitt im Internet bestellt. Nachdem das angekommen war und ich die Anleitung durchgelesen hatte, hab ich dann beschlossen zu kompliziert und schwierig für mich, also das Ganze zum Reparaturservice gebracht. Die haben dann den Akku erfolgreich gewechselt, dabei aber das Display zerstört. Nach einer weiteren Woche war dann das neue Display da und endlich bin ich seit gestern wieder im Besitz eines funktionierenden Handys. Plan B steht jetzt auch, am Mittwoch geht es mit der Bahn nach Bozen (ist nicht so einfach ne Zugverbindung mit Fahrrad dahin zu kriegen) und es kann endlich weitegehen :).

 

1.Tag Montag der 21. August


11Uhr fährt mein erster Zug heute erstmal nach Gera. Bis dahin geht noch alles gut.
Ich lerne einen netten älteren Herrn kennen, der mit E-Bike unterwegs ist und von Gera den Elsterradweg nach Halle fahren will. Mein Anschlußzug nach Hof ist in Gera völlig überfüllt, keine Chance mit Fahrrad da mitzukommen. Also 2h warten auf den nächsten Zug. Im nächsten quetschen ich mich dann irgendwie rein und schaffe es dann bis 18:30 nach Regensburg. Für eine Stadtbesichtigung bleibt so nur noch wenig Zeit. Ich nehm halt mit was auf dem Weg zum Campingplatz liegt.

 

  

 2.Tag Dienstag der 22. August

Ich bin im Moment noch zu unruhig, die Ruhe und Gelassenheit für so eine Reise muß ich erst wieder lernen. Regensburg lasse ich so erstmal außen vor, ich will auf Strecke. Früh um 9 ist alles zusammengepackt und es geht an der Donau lang.Das Rad fährt gut, die Strecke ist wirklich schön, es ist nur irre heiß. Kurz hinter Kelheim gibt's einen Bootstransfer durch den Donaudurchbruch, also wuchte ich mein Bike auf den Kahn und genieße die Fahrt, der absolute Höhepunkt heute, sehr sehenswert die Felsformationen an den Donauufern. Bis zum Kloster Weltenblick geht die Bootsfahrt. Ich mache mich aber schnell weiter, viel zu viele Touris hier Bis Vohburg komme ich heute, hier gibt's einen kostenlosen Camping mit Minimalausstattung, aber direkt an der Donau. Der 2. Höhepunkt heute der abendliche Sprung in die Donau, eine absolute Wohltat nach dem Backofen heute. 😃

 





 


3.Tag Mittwoch der 23. August


Die Nacht war ein Katatstrophe. Irgendwelche Camper hier lassen bis nach Mitternacht ihre Notstromer
vor sich hin tuckern und es kühlt kaum ab über Nacht. So kriege ich nur wenig Schlaf. Frühs gehts
dann ohne Frühstück ziemlich kaputt los. Die Hitze macht mir zu schaffen. Kurz vor Ingolstadt habe ich einen kurzen Kreislaufaussetzer, mir wird schwarz vor Augen und ich kippe mitsamt Rad auf dem Radweg um. Zum Glück ist nichts weiter passiert außer ner zerrissenen Hose. Nach dem ersten Schock beschließe ich erstmal nach Weimar zurück zu fahren, die Hose ersetzen, mich aklimatisieren und über Plan B nachdenken.